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Juni 2025
Eigentlich hatte ich mein Leben lang nichts anderes als Gefährte mit Motor. Zum 15. Geburtstag kam die Mofa, dann Motorräder und ca. 10 verschiedene Autos. Die Bahn sah mich höchstens, wenn es McDonalds- oder Lidl-Tickets gab. Ich fand sie umständlich, veraltet, unpünktlich, stressig. Höchstens geeignet, um mit dem Niedersachsen-Ticket und Bekannten einen Ausflug zu unternehmen, bei dem man "etwas trinken" konnte.
Heute, nach 2 Jahren D-Ticket, bin ich soweit, dass ich mein Auto verkaufen und komplett umsteigen möchte. Dahinter steckt neben vielen angenehmen Erfahrungen die Erkenntnis, dass ich mit meinem Lebens-CO2-Abdruck nicht glänzen kann.
Die Bahn tut ihr bestes. Im Gegensatz zu früheren Zeiten sind Regionalbahnen heute keine klapprigen Gefährte mit roten Kunststoffsitzen und wackelnden Schiebetüren zu Abteilen mehr, die "an jeder Milchkanne" halten, sondern man sitzt in leisen Zügen, die mit weit über 100 Stundenkilometer durch die Landschaft gleiten.
Der Unpünktlichkeit kann man Gelassenheit entgegen setzen: "nehme ich halt den nächsten Zug", oder man fährt so früh los, dass noch Alternativen möglich sind. Auch volle Züge und Bahnhöfe voller Menschen, denen man normalerweise nicht gern begegnet, sind nicht unbedingt der Bahn anzukreiden. Es sind oft die Fahrgäste selbst, die ein zivilisiertes, entgegenkommendes, freundliches Verhalten vermissen lassen. Da wird ungeniert laut über Privates geredet, da wird telefoniert, was die Hörer hergeben. Schön auch die Menschen, die in einem vollen Waggon ihre Taschen neben sich ausbreiten, damit sich dort niemand hinsetzen kann, und die, wenn sie nach dem Platz gefragt werden, missmutig drein schauen oder schlimmeres "Sie sehen doch, dass hier nichts frei ist". Als ich der jungen Frau vorschlage, ich könne ja ihre Tasche ins Gepäckfach heben, ruft sie lautstark, ob ich sie "anmachen" wolle? Nein, ich suche nur einen Sitzplatz...
Toll auch der Herr gegenüber, der sich im Hochsommer in einem vollen Zug seiner Schuhe entledigt und seine Füße auf den Sitz neben mir legt. Als ich ihn frage, ob er sie herunternehmen kann, folgt ein "Nein" und eine Beschimpfung, was meinen Ton betrifft.
Oder der Herr neben mir, der gern laut telefoniert. Als das erste Gespräch nach einer geschätzten halben Stunde vorbei ist, nimmt er sein zweites Smartphone aus der Tasche und das ganze geht von vorne los, und immer so weiter - im Wechsel der Smartphones, über mehrere Stunden. Den Sinn habe ich ebenso wenig verstanden wie die Sprache.
In der Bahn kann man auch nette Menschen kennenlernen. Gerade eben saß mir gegenüber eine Dame, die von einem Ausflug in ein Kloster berichtete, wo man erst jetzt eine Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert entdeckt habe. So vergeht Fahrzeit im Fluge.
Das allerschönste Bahn-Erlebnis zum Schluss: Es ist im 5 Uhr 35 Intercity von Oldenburg nach Norddeich-Mole. Der Zug ist leer, es sitzen vielleicht insgesamt 20 Leute darin. Ein freundlicher Schaffner kontrollierte die Fahrkarte, ein zweiter Schaffner kommt hinzu, beide haben angesichts weniger Fahrgäste nicht viel zu tun, und so kommen wir ins Gespräch über dies und jenes bei der Deutschen Bahn. Die Szene wäre für die Bahnwerbung geeignet, denn neben dem Fenster des leise dahingleitenden Zuges geht über satten ostfriesischen Juni-Feldern gerade wunderschön die Sonne auf. Perfektes Bahn fahren!
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